suche

Benutzerdefinierte Suche
Posts mit dem Label kolumne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kolumne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 24. April 2011

Auf der Suche nach den schwarzen Eiern....

Nun versuche ich schon seit einigen Stunden ein paar Worte zu diesem gerade stattfindenden unsäglich Osterfeste zu schreiben, doch irgendwie will sich nichts zusammenfügen.

Weder über die erholungssüchtigen Idioten die sich mit Kind, Kegel und einem, für eine Auswanderung würdigen, zugepackten Auto über vollgepfropfte Autobahnen quälen um entweder zu der hucklig und buckligen Verwandtschaft zu reisen oder ihnen in einem mondänen Urlaubsort zu entfliehen. Damit dieses Jahr nicht die Wohnung vom wildgewordenen Nachwuchs auf der Suche nach dem Osternest komplett demoliert wird.
Noch über die noch vollgestopfteren Züge, in die man nur mit Bergsteigerausrüstung reinkommt, da die Gänge und Türen meterhoch mit Koffern zugebaut sind.  
Und auch wenn bei jeder Zugfahrt nach Leipzig in Zeitz Familien einsteigen, deren gesamter IQ mit 0-Komma anfängt und die sich scheinbar innerhalb ihrer Familie selbst zu multiplizieren scheinen, wollen nicht wirklich Gute Sätze herauskommen.
Ja, man könnte sich über die ICE’s aufregen welche völlig überfüllt zwangsgeräumt werden sollen, nur weil die Bahn mehr Tickets verkauft als ihr Zug vertragen kann.
Oder darüber, dass oben erwähnte Sippe auf dem Weg in den Freizeitpark, lautstark brüllend, kreischend und  lachend den gesamten Zug nicht unterhalten, sondern eher alle an den Rande des Amoklaufs getrieben haben. Ich hoffe nur, dass der 10 jährige Sohn, welcher aus voller Kehle Britney Spears gejault hat, um sein noch lauter plärrendes Handy zu übertönen, in der ersten Achterbahn nicht richtig angeschnallt wurde.  Es wäre nicht nur eine Erlösung für die Welt sondern auch für ihn. Die Situation wurde nicht besser als der Vater/Bruder noch lauter schrie er solle damit aufhören.  Dadurch aber  lachte  seine Mutter/Schwester noch lauter und begann gleichwohl ihr Handy mit Jürgen Drews aufzuschrauben. In der Zeit packte Oma/Tante gleich noch die Bulle Ruß aus damit wenigstens der Morgen erträglich wird.
Ich musste feststellen dass die Strecke Zeitz-Leipzig lang sein kann und dass es normalerweise genug Stoff gegeben hätte um 2 Geschichten zu schreiben.

Aber irgendwie bin ich momentan abwesend und stehe neben mir.
Der Ganze Mist geht an mir vorbei. Egal ob alle dämlich Eier verstecken, der Schokoosterhase schon nach 5 Minuten wegschmilzt oder der Papst auf Knien 12 seiner Untertanen die Füße wäscht. Letzteres find ich eigentlich urkomisch, nur dieses Jahr nicht. Auch das mehr als die Hälfte der Deutschen weder wissen warum sie Ostern feiern noch was es eigentlich ist oder dass es den Osterhasen nur gibt weil der so oft und gut rammeln kann. Das zeugt von Leben und Auferstehung. Na heldenhaft, den Kindern erzählt man was von Bienchen und Blümchen, aber zu Ostern dürfen sie auf Jemanden warten , der zum Superstar wegen seines Fortpflanzungstriebs wurde.

Mir geht zurzeit alles so sehr auf die Nerven dass ich diesen Ganzen Wahnsinn ausblende und gar nicht darüber nachdenke. Und wenn neuerdings alle im Bundestag im Hula-Röckchen erscheinen und „Griechischer Wein“ singen würden…. Es wäre egal.

Ich hab in dieser Zeit einfach mal mit paar Freunden ordentlich einen hinter die Binde gekippt, danach meine Ruhe in den eigenen 4 Wänden genossen und mich sinnlos vom stupiden Osterprogramm verblöden lassen. Angetrieben vom Kater und der seichten Kost ist mein Kopf nun leicht breiig und es ist einfach schön mal nicht zu denken.
Obwohl mich seit Tagen trotzdem eine Frage nicht loslässt…
Warum gibt es verdammt nochmal keine schwarzen Ostereier?
Und während ich jetzt weiter mich meiner geistigen Leere widme wünsche ich Euch Allen Frohe Weihnachten….






ZPQ3QAZYVSZT 

Samstag, 16. April 2011

Theater

Warum kotzt man sich manchmal selber so an? Warum bekommt man es nicht hin Dinge, die einem wichtig sind, zu tun oder Sachen die in einem brennen an oder auszusprechen?
Lieber grübelt man darüber nach was nun richtig oder falsch ist.

Und derweil zieht die Welt an einem vorbei, eine Welt die man doch gerade so sehr festhalten wollte.
Und das, was man hoffte das es einen selbst passiert, geschieht am Ende anderen….
Weil man darauf vertraut  dass alles von alleine passiert. Und da es nicht geschieht grübelt man immer mehr und befindet sich in einem Teufelskreis.

Aber wo ist der Ausweg aus dem Ganzen? Ab wann kommt der Punkt an dem man ausbricht und sich selbst überwindet?

Man will über den eigenen Schatten springen, nimmt Anlauf und merkt dass der Schatten seit einiger Zeit größer ist als man ihn in Erinnerung hatte. Und man bremst ab und springt nicht.
Warum verdammt nochmal wartet man immer darauf dass sich alles von alleine klärt? Wieso hat man weniger Angst vor dem langsamen steten Schmerz als vor dem kurzen Prozess? Warum lässt uns einen die Hoffnung weitermachen, nur nicht soweit um wirklich was zu ändern? Immer auf Sparflamme kochen, am Rande stehen und doch nie wagen zu springen?

Vielleicht ist es einfacher still zu leiden als sich Dinge einzugestehen oder Sachen zu hören die man nicht wissen will. Wir sehen immer nur das Schlimmste. Egal in welche Situation man einen Menschen schupst, der erste Gedanke ist meist „Was mache ich wenn was passiert?“ und man malt sich nie die schönen Sachen aus sondern hat immer seine Gedanken beim Notfallplan.
Das Unbekannte ist schwer zu kalkulieren, schwer abzuschätzen und unmöglich zu planen. Wir sind Kinder der Sicherheit, wir wollen für alles Brief und Siegel. Einen Rettungsschirm vom Rettungsschirm.

Doch Veränderungen kommen nie so wie man es erwartet, egal wie oft man sich schon 1000 mögliche Situationen im Kopf durchgespielt hat. Genau diese Sache hat man ausgeblendet.

Es ist eine schier atemlose Furcht vor dem Unbekannten, der Situation die man nicht mehr beherrschen kann. Die Zerstörung seiner festgelegten Meinung, seines Ichs. Man konfrontiert sich nicht mit Dingen die man jahrelang mühelos verdrängt hat. Man will nicht nochmal die peinlichen Situationen erleben, will sich nicht nochmal bloßstellen und wie geisteskrank benehmen.
Solange man sich nicht entscheidet bleiben alle Optionen offen.   
Wir haben von klein auf gelernt dass schon alles wieder gut wird, dass gut Ding weile braucht und dass man doch den Kopf nicht hängen lassen soll, so wie es sein soll so kommt es und was nicht ist sollte halt nicht sein. Warum um alles in der Welt erzählt man sich diesen Quatsch gegenseitig? Warum kann man nicht einfach ehrlich sein? Warum ist man so erzogen dem anderen immer aufzufangen und zu trösten?

Dadurch ist man zu einem Unfähigen geworden. Jemand der ein Schein seiner selbst ist. Zuschauer seines Lebens, der fassungslos und ungläubig dem Treiben zuschauen aber das Programm nicht ändern kann.

Und doch sucht man aus den Augenwinkeln das Hintertürchen, die Möglichkeit still und leise die Vorstellung  zu verlassen, mit dem geringsten Wiederstand. Entweder um ein neues Drehbuch hinten rum einzuschmuggeln (was eh nie klappt) oder um sich das ganze Theater gar nicht mehr mit ansehen zu müssen  und sich in tieferen Ebenen in Melancholie zu baden.
Kaum einer kommt auf die Idee auf die Bühne zu springen und selbst lauthals das neue Stück zu verkünden.

Keiner kann einem sagen was passiert wenn man Dieses oder Jenes tut, also spielt man es in allen Varianten als Probe durch und lässt sich dann überraschen was dann am Ende als Hauptstück gespielt wird.

Man klammert sich lieber daran dass das Stück doch noch besser wird und wenn nicht macht man sich sein Happy End im Kopf. Man trifft keine Entscheidung weil man nicht ins kalte Wasser springt, nicht ohne sich warm einzupacken rausgeht und man springt nicht ohne Netz und doppelten Boden.
Statt sich einzumischen, wartet man auf den perfekten Tag, den perfekten Moment und weint derweil um die vergeudete Zeit.

Wie viel wäre anders wenn man sich nicht ständig selbst im Weg stehen würde, wenn man nicht darauf vertraut dass Andere dein Leben in die Hand nehmen?
Es ist einfacher und sicherer Zuschauer zu sein.
Man springt nicht über den Schatten weil man sich zu wenig zutraut, kann aber auch nicht loslassen weil die Idee und die Hoffnung alles ist was man scheinbar hat. Weil die unbekannte Schwärze zu mächtig und man Selbst zu klein erscheint.

Und währenddessen hofft man dass die Sonne auch mal untergeht und der Schatten verschwindet… nur einmal… für einen kurzen Augenblick.